März | 2026

Das Stabat Mater ist »absolute Magie«  – Im Gespräch mit Yaara Attias und Shachar Lavi

Yaara Attias und Shachar Lavi feiern ihr Debüt mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester im Mannheimer Schloss. Mit Pergolesis „Stabat Mater“ erwartet das Publikum ein bewegendes Klangereignis voller Dramatik und spiritueller Intensität.

 

Liebe Shachar, liebe Yaara, im März steht ihr zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester im Rittersaal des Mannheimer Schlosses auf der Bühne. Worauf freut ihr euch bei dieser Zusammenarbeit besonders?

Shachar: Für mich wird es das erste Mal sein, im Mannheimer Schloss aufzutreten, und ich freue mich sehr darauf. Aber auch die Zusammenarbeit mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester zum ersten Mal ist sehr aufregend. Ich liebe es, neue Musiker kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten, und Menschen zu treffen, die die gleiche Leidenschaft für Musik teilen.

Yaara: Ich freue mich riesig auf unsere Konzerte Ende März. Dieses Projekt bietet mir die Möglichkeit, so viele neue Erfahrungen zu sammeln: Ich kann es kaum erwarten, zum ersten Mal mit den großartigen Musikerinnen und Musikern des Kurpälzischen Kammerorchesters zusammenzuarbeiten, zusammen mit meiner guten Freundin und Kollegin Shachar Lavi. Es wird auch mein erster Auftritt in der wunderschönen Akustik des Rittersaals des Mannheimer Schlosses sein, und das alles mit meiner Debütvorstellung eines der monumentalsten Musikstücke der Welt. Was für eine Ehre und ein Privileg! Ich freue mich sehr darauf und auf viele weitere Projekte, die in Zukunft noch kommen werden!

Ihr steht beide regelmäßig auf der Opernbühne. Was verändert sich für euch, wenn ihr im Konzertsaal singt – ohne Szene, Kostüm und Handlung, ganz aus der Musik heraus?

Shachar: Für mich sind Konzerte ganz anders als die Opernbühne. Es ist viel näher am Publikum und in gewisser Weise intimer und ungeschützter, weil ich als Shachar auftrete und nicht als Figur aus einer Geschichte, die irgendwie distanziert und „fern“ wirkt. Aber andererseits hat es auch viel Magie, weil ich mich einfach darauf konzentrieren kann, schön für das Publikum zu singen, als ich selbst, die Künstlerin, und dabei wunderschöne Musik mit den Menschen um mich herum zu erschaffen.

Das „Stabat Mater“ von Pergolesi zählt zu den am häufigsten aufgeführten geistlichen Werken. Pergolesi war eigentlich ein Opernkomponist und so schreibt man dem Stück eine ganz eigene Mischung aus Oper und Frömmigkeit zu. Ist es euch als Opernsängerinnen daher leichter gefallen, euch dieses Stück zu erarbeiten?

Shachar: Jedes Musikstück hat eine Geschichte zu erzählen. Ich kenne dieses Stück, seitdem ich als Kind zu singen begonnen habe, und mit dem Fortschreiten des Lebens und meiner sich entwickelnden Perspektive auf das Leben verändert sich auch mein Zugang zu der Musik, die ich darstelle. Für mich ist es besonders interessant, wie sich meine musikalische Interpretation jedes Mal verändert, wenn ich ein Stück zu einem anderen Zeitpunkt aufführe.

Yaara: Die Tatsache, dass Pergolesi ein Opernkomponist war, ist einer der Gründe, warum ich mich besonders darauf freue, sein „Stabat Mater“ zu singen. Das Besondere an diesem Stück ist für mich, dass Pergolesi diesen monumentalen, sakralen Text auf äußerst detaillierte und präzise Weise behandelt und mit seiner Musik ein Höchstmaß an Dramatik herausholt, was mich tatsächlich an eine Oper erinnert. Für mich hat es nach ihm kein anderer Komponist geschafft, diesem Text eine solche musikalische Dramatik zu entlocken, die so perfekt zu jedem einzelnen Satz passt. Diese Kombination aus Dramatik und Frömmigkeit mit meiner eigenen Stimme zum Ausdruck bringen zu können, ist mir ein Vergnügen, das ich mit Worten kaum beschreiben kann.

Wenn jemand zum ersten Mal ein Stabat Mater hört: Worauf sollte man sich einlassen?

Shachar: Absolute Magie! Dieses Stück ist brillant geschrieben, und genau deshalb ist es so unsterblich! Es wird immer ein Publikum für diese Musik geben, und ich werde mein Bestes tun, um es auf die ehrlichste und authentischste Weise zu vermitteln, die ich kann.